Sommer 2009 – Hebebühne im rennsport-Team

Eine Hebebühne kann man immer gebrauchen. Es ist doch zu praktisch, einmal zupp hoch die Karre und schnell mal am Auspuff rumgetüddelt. Und irgendwie ist man sich mittlerweile zu fein (oder zu alt?), um ständig auf dem Boden unter der aufgebockten Karre rumzukriechen. Ein glücklicher Zufall spielte mir im Winter 2008/2009 eine Anzeige zu, in welcher just in Hannover jemand eine Hebebühne zu verkaufen habe, und das noch nichtmal zu einem teuren Kurs. Ein Anruf ergab, daß eine Tragmutter kaputt wäre. Halb so schlimm, denn das passende Ersatzteil wäre schon dabei. Prima, nix wie hin. In Hannover stellte sich heraus, daß wir soeben eine Hebebühne des Qualitätsherstellers Stenhøj erworben hatten, Bj. 1986 und nicht 1979, wie der Verkäufer stur beteuert. Also aufgeladen und nach hause gebracht, das gute Stück.

Nun gut, nun lag die Bühne irgendwann in Einzelteilen und mit kaputter Tragmutter in der Halle. Eine erste Bestandsaufnahme zeigte die defektenTragmutter anschaulich. Das Gewinde der Tragmutter aus Bronze hat sich im jahrelangen auf und bb an der Stahlspindel abgeschlissen und ist schlußendlich auf die darunterliegende Sicherungsmitter gerutscht. Auf der Tragmutter liegt der Tragarm der Hebebühne auf. Somit trägt sie die ganze Last. Die Sicherungsmutter fährt ohne Last knap unter der Tragmutter mit und fängt die Last auf, sollte die Tragmutter brechen. Ohne Sicherungsmutter würde der Tragarm nach dem Tragmutterbruch fröhlich nach unten Rauschen und den evtl. unter dem angehobenen KFZ befindlichen Unglücksraben unter seinem KFZ begraben.

Die Aufgabe sollte es nun sein, Tragmutter und Sicherungsmutter auszubauen und durch die paratl iegenden Ersatzteile zu ersetzen. Dafür baute ich zunächst die Spindel aus der Säule aus. Wie sich zeigte, musste der ganze Tragarm nach oben aus der Spindel herausgedreht werden. Dafür musste zuerst die Riemenscheibe abgezogen werden, da es die Tragmutter an der Säule mit Motor erwischt hatte. Einen passenden Abzieher konnte ich mir kurzfristig bei einem Goldth-Member ausleihen, so daß ich zügig vorankam.

Die ausgebauten Trag- und Sicherungsmuttern offenbarten nun ein kleines Problem. Auf ihnen waren Bauteil e aus Stahl aufgepresst. Diese sollen zum einen durch eine Führung dafür sorgen, daß sich die Tragmutteru nd die Sicherungmutter nicht fröhlich mit der Spindel mitdrehen, was einen Vortrieb des Tragarms effizient verhindern würde. Weiterhin sorgt diese Führung dafür, daß sich die Sicherungsmutter in einem definierten Abstand unterhalb der Tragmutter bewegt.

Weder Hitze noch ein Schraubstock ließen einen Erfolg erkennen. So brachte ich die Muttern kurzerhand zu einem Landmaschinenhändler, der mir mal eben die Stahlteile auf die neuen Muttern umpresste

Wieder auf die Spindel aufgezogen, wurde der Abstand zwischen Tragmutter und Sicherungsmutter auf 24mm eingestellt. So kann man später am schrumpfenden Abstand erkennen, inwieweit sich das Gewinde der Tragmutter abnutzt. Bei 22,5 mm ist höchste Eisenbahn für einen erneuten Tragmuttertausch – hoffentlich in ferner Zukunft.

Nachdem die Säule wieder zusammengebaut war, gings ans Aufstellen der Bühne. Die Säulen sind verdammt schwer. Zunächst hievten wir die Säule ohne Motor auf und hoben Sie auf das Zahnrad der Kettenführung.

Leider mussten wir feststellen, daß ein winziger Nut am Zahnradkranz sowie eine Kerbe auf der Unterseite der Spindel dafür sorgen, daß sich die Spindel mit dem Zahnrad mitdreht. Blöderweise ist dieser Nut herausgefallen, als wir die schwere Säule über dem Zahnrad hin und her bugsiertzen. Der neue Plan sah vor, die beiden Säulen liegend an den Kettenkasten zu montieren. So konnte man für ein exaktes hineingleiten der Spindel in das Zahnrad der Kettenführung sorgetragen, ohne dasß dieser Nut wieder herausfällt.

Das aufstellen der nunmehr unmenschlich schwerren Konstruktion erfolgte durch eine windige Seiflührung unter Einbeziehung der Dachbalken, eines Flaschenzuges und der Anhängerkupplung meines 250TD.

Jo, steht! Prima!

Jetzt noch schnell den Rahmen bzw. die Rahmenausleger mit 4 Bolzen im harten Hallenboden festbolzen.

Die Anleitung will M12 Schwerlastbolzen des Herstellers Liebig haben. Ich entschied mich nach langem Überlegen für M16 Schwerlastanker von Fischer (FAZ II 16/25). 13,5 Kilonewton Zuglast pro Bolzen sollten eigentlich reichen. Also Löcher gebohrt, Anker eingeschlagen und schön festgezogen.

Jetzt musste die Bühne nur noch angeschlossen werden und die Endabschaltung/ Notstopp bei Kettenbruch Automatik musste feinjustiert werden. Alles nicht schwer und fast selbsterklärend.

Fazit: Alles keine Hexerei.

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