Kurztrip nach Kroatien 2010

Der Herbst ist fast da und es waren noch ein paar freie Tage und etwas Restsonne verfügbar.

Die Frage ist: Was machten 2 Studenten mit wenig Geld und ein bisschen Zeit? Natürlich nochmal wegfahren!

Schon der Vortag der Reise war recht interessant. Nachdem ich die letzte Projektarbeit abgegeben, meine Bescheinigungen geholt und den Weg zur Mastereinschreibung geebnet habe, gings von Aachen in Richtung Bergheim, wo der Wetterbericht geguckt wurde: Es scheint in Kroatien bis auf einen Tag astreines Reisewetter zu geben.

Also zu Sarah hin und schonmal ein bisschen Pläne geschmiedet. Gegen halb 6 wollte ich mich allerdings noch mit Christian treffen, weil wir uns noch einen T3 angucken wollten, der in Aachen für schmales zum Verkauf stand. An der A4 wartete Christian schon auf mich und ich stieg erstmal wieder um in seinen Wagen. Dann gings nach Aachen, um den Bus gründlich unter die Lupe zu nehmen. Schließlich wurde er für kleines Geld erworben und direkt mitgenommen. Dann erstmal nach Holland tanken und Bier kaufen. Zum Glück war keine Polizei an der Grenze, was uns eine todsichere Kontrolle ersparte. Um kurz vor 8 waren wir beim Lidl und bunkerten pfandfreies Dosenbier, kurz nach 8 an der Tanke und um kurz nach 9 wieder bei Sarah nach einer interessanten und recht langsamen Fahrt mit dem Bus. Dort angekommen war Sarah noch nicht ganz fertig mit dem Packen, also fuhren wir weiter nach Hause, um meinem Vater den Bus noch kurz zu zeigen.

Danach ließ ich Christian mit dem Bus nach Kerpen fahren und fing selbst an zu packen. Um halb 12 kam Sarah und wir beluden unser bewährtes Expeditionsfahrzeug. Ab halb 1 war Nachtruhe.

22.9.2010

Um 6 Uhr war aufstehen angesagt. Nach der kurzen Nachtruhe keine leichte Aktion! Frühstück, Rest ins Auto und Abfahrt! Um exakt 7:12 saßen wir im Auto und der Motor lief. Der Kilometerstand bei der Abfahrt betrug 243003 km. Zu der frühen Stunde gab es zwar schon Sonne, aber auch gut Nebel!

Nach 150 km trafen wir in Kastellaun ein und tankten den Kleinen erstmal mit guten Rapsöl voll. Um Punkt 9 gings dann weiter nach Süden. Dabei gabs einiges zu sehen!

Auch die Könige ließen sich nicht lumpen und begleiteten uns ein Stück.

Komischweise sahen wir diesen kurz vor Stuttgart…

Irgendwann hinter München fiel mir ein, dass ich ja noch Leckleitungen brauchte. Also eine Abfahrt abgepasst, die in Gewerbegebietsnähe schien und runter von der AB und in solches Gebiet gesucht. Dort trieben wir eine Werkstatt für Sportwagen auf und ich erkundigte mich nach einer Leckleitung für meinen Sportdiesel, die ich im Austausch mit 1,50 € in die Kaffeekasse mein Eigen nennen konnte. Einbauen wollte ich sie aber zu dem Zeitpunkt nicht – Stercke machen war angesagt, also die Leitungen irgendwo verstaut und weiter. Der Weg zur AB zurück bescherte uns eine Tankstelle, die auch Rapsöl anbot – sehr in unserem Interesse! Also den Tank für 1,04€ vollgemacht – in denletzten 550 km hat mein Kleiner nämlich wieder 35,54l gesoffen! Bei der Tanke wollte ich eigentlich noch eine Vignette fürs Ösiland kaufen, die hatten aber leider keine und so mussten wir nochmal bei der Autohoftanke halt machen. Als das alles erledigt war übernahm Sarah das Ruder und wir fuhren über die Grenze. An einer Raststätte gabs am Nachmittag ein verspätetes Mittagessen mit Alpenblick.

Danach übernahm ich wieder und wir fuhren in Richtung Süden, ohne das irgendwas Besonderes passierte. Da die Maut in Slowenien nervt und die Passstrecke richtig viel Spaß macht, fuhren wir in Villach in Richtung Italien. Die Grenze verlief problemlos, danach entgingen wir einer Geschwindigkeitskontrolle aber nur knapp. Dann durften wir uns nach 3 Jahren Pause mal wieder über die italienische Beschilderung ärgern, da mal wieder nix anständig ausgeschildert war. Zum Glück fanden wir die richtige Straße dann doch und fuhren in die Alpen auf der Strecke wie vor einem Jahr. Wir kamen an demselben See vorbei, der in seiner Abendruhe friedlich da lag. Wären wir mit einem Womo dagewesen, wären wir dageblieben, aber mit unserem vollbepackten Auto wollten wir lieber woanders hin, vor allem, weil es auf 1000 m Höhe schon ein wenig kalt war.

Daher fuhren wir den Pass bis zum Ende und fanden in Bovec ein Zimmer für 38€, wo wir es uns gut gehen ließen. Es gab den restlichen Nudelsalat, Bier, Shisha und eine neue ???-Folge. An der Dunkelheit bei der Ankunft um 19:35 konnte man schon merken, dass es mit großen Schritten auf den Herbst zuging.

23.9.2010

Der nächste Tag begrüßte uns mit bestem Wetter! Da wir am Vortag so früh aufgestanden sind und Urlaub hatten standen wir erst um 10:20 auf, duschten, frühstückten vor einer tollen Kulisse und fuhren um 11:47 bei einem Tachostand von 244047 km los.

An einem klaren blauen Fluss hielten wir, um ihn ein wenig näher zu betrachten. Er war kalt und klar.

Das Auto hat in der Zeit brav gewartet.

Als wir wieder auf die Hauptstraße fuhren erblickten wir noch 2 schicke LKW.

Dann gings weiter durch die Berge, an Flüssen entlang usw. Auf einer Brücke wurde noch ein weiterer Halt gemacht.

Und wieder gings weiter in Richtung Kroatien, bis wir an der Straße einen mysteriösen See entdeckten, in dem Bäume zu wachsen schienen. Den wollte ich natürlich auch ablichten! Problematisch dabei war die üppige Flora am Straßenrand, die nur ab und zu einen kleinen Blick auf diesen See zuließen, aber keine anständigen Fotos ermöglichten! In einer kleinen Ansammlung von 3-4 Häusern am Straßenrand (Dorf wäre übertrieben), fragte ich einen Hausbesitzer, der grad draußen war, ob ich ein paar Foos vom See machen könne. Von seinem Grundstück hatte man nämlich endlich einen anständigen Blick! Der nette Herr ließ mich sogar auf die Terrasse, von der man einen besseren Überblick hatte.

Im Nachhinein fanden wir heraus, dass es in Slowenien die Tage zuvor sehr starken Regen gegeben hat und es sich um eine überschwemmte Wiese handelte.

Auf der Weiterfahrt war das Ende der Fahrt schon fast greifbar: Aus einer Seitenstraße kam eine scheinbar blinde Frau gefahren, die es überhaupt nicht interessierte, dass auf der Hauptstraße ein Auto fuhr. Zum Glück war die Gegenfahrbahn nicht befahren und ich konnte ausweichen. Viel hat aber nicht gefehlt. Die Einreise nach Kroatien verlief problemlos. Wir beschlossen nach Istrien zu fahren, wo wir auf der letzten Tour nicht waren. Vor 10 Jahren war ich allerdings mal mit meinem Vater dort und wollte nochmal gucken, wie es jetzt dort aussieht. Erste Station sollte Porec sein. Leider war kein Campingplatz in unmittelbarer Nähe und die Wechselstube hatte auch schon zu, also ein Stück in Richtung norden, wo es Campingplätze geben sollte. Der erste Platz war ein FKK-Platz, da wir aber werder pervers noch Naturfreaks sind, beschlossen wir uns einen anderen Platz zu suchen. Den fanden wir auch und bezogen den Platz. Neben uns waren nette Augsburger, die allerdings einen sehr dreisten Sohn hatten, der sich direkt mit einem Campingstuhl neben uns setzte und uns beim Zelt aufbauen zusah. Die Eltern haben uns Kaffee gebracht und gefragt, ob sie sonst noch was für uns tun könnten. Klar konnten sie! Wir gaben ihnen unsere Kühlakkus und Sarahs Handy zum kaltstellen und aufladen. Dann gabs Abendessen. Durch die frühe Dunkelheit fühlte es sich nach dem Essen schon an wie halb 10, dabei war es erst 8. Wir beschlossen, der Einladung der Augsburger zu folgen und setzten uns mit Shisha und Bier zu ihnen, bis wir ins Bett gingen.

24.9.2010

Der neue Tag war zunächst vor allem heiß. Abhilfe verschaffte ein morgendliches Bad in der Adria vor dem Frühstück.

Das Meer war wärmer als vermutet! Nach dem Baden gabs erstmal Frühstück, bei dem der Nachbarsjunge zum Glück von seiner Mutter von uns ferngehalten wurde. Danach waren Zeltabbau und Abfahrt nach Porec angesagt. Dort wurden erstmal Kuna gekauft und illegal vor der Schule geparkt – wir versuchten uns der Bevölkerung anzupassen. Dann marschierten wir einmal durch die Stadt und sahen uns dort (natürlich nur oberflächlich) ein Weltkulturerbe an – vermutlich aus Römerzeit.

Wieder beim Auto angekommen wollten wir direkt zur nächsten Stadt – nach Rovinij fahren, was wir dann auch taten. Wie in Porec liefen wir einmal durch die Stadt. Hier einige Impressionen

Auf dem Rückweg zum Auto wurde Sarah noch von einigen Straßenhändern genervt, die es dort wie überall anders leider auch gibt. Als nächstes wollten wir eigentlich an der Küste Istriens bis zur Südspitze runterfahren und dann nach Krk, aber da es dort keione Küstenstraße gab, fuhren wir lieber den direkten Weg, da wir noch im Hellen irgendo ankommen wollten. Am Ortsausgang von Rovinij wurde nochmal vollgetankt und wir nahmen Kurs auf Rieka. Die Fahrt bis Krk verlief ohne große vorkommnisse und schon standen wir an der gleichen Stelle wie vor 1,5 Jahren. Natürlich musste das Auto posieren und auch das durch Zufall entstandene Foto mit Sarahs Haaren wurde wiederholt.

Nachdem wir das erledigt hatten, wollten wir nach Valbiska und uns dort einen Campingplatz suchen. Laut Karte war dort auch einer eingetragen und so gings auf in Richtung Valbiska. Dort angekommen mussten wir allerdings feststellen, dass dort nur ein Fährhafen vorzufinden war. Irgendwie kamen wir uns verarscht vor und wir drehten gezwungernermaßen um. Auf dem Weg sahen wir einen Campingplatz ausgeschildert, auf den wir Kurs nahmen. So fuhren wir durch ein Dorf und folgten dem Schild, das irgendwann nicht mehr wiederholt wurde. Stattdessen verengte sich die Straße immer mehr und irgendwann standen wir vor einem Tor.

Zum drehen war die Straße zu eng, daher mussten wir bis zur nächsten Wendemöglichkeit den Rückwärtsgang nutzen. Gut, dass uns da keiner entgegengekommen ist. Da wir dort kein Glück hatten, fuhren wir nach Krk, wo wir letzten Endes auch einen Campingplatz fanden, wo wir unser Zelt aufschlugen. Inzwischen war es dunkel geworden. Während ich das Zelt aufbaute, machte Sarah mein Lieblingstouressen, nämlich Nudeln mit einer leckeren Käsesahnesauce, die sicher sehr kalorienreich ist.

Trotzdem ließ ich es mir nicht nehmen, noch mehr Käse über die Nudeln zu reiben. Leider ist das Kochen im Dunkeln scheinbar doch nicht so einfach, denn die Zwiebeln waren nicht ganz durch. Nach dem Essen gingen wir an eine Stelle auf dem Camping, wo wir eine sehr schöne Aussicht auf Krk hatten und ließen den Tag standesgemäß mit Bier, Shisha und den drei Fragezeichen ausklingen.

25.9.2010

Der neue Tag begann mit Regen. Mit viel Regen… Noch im bett überlegten wir, was wir tun sollten. Als erstes mussten wir natürlich frühstücken. Ein Frühstück stand sowieso noch aus, nämlich bei einem bestimmten Restaurant in Baska, wo wir letztes Jahr aus dem gleichen Grund gegessen hatten. Damals war der Regen allerdings nicht so stark und wir waren im selben Ort. An dem Tag hatte sich Sarah ein Omlettfrühstück bestellt auf das ich bis heute neidisch bin, daher wollte ich dieses Omlett auch mal essen. Also die 20km nach Baska bei Starkregen in Angriff genommen – in Krk kam das Wasser schon wieder aus den Kanaldeckeln raus. Natürlich war das Omlett nicht von gleicher Qualität wie im letzten Jahr und auch der Kaffee konnte nicht mithalten. Das Frühstück war aber trotzdem lecker. Trotzdem ist das Frühstück in diesem Restaurant auch beim nächsten Koratienurlaub Pflicht!

Auf dem Rückweg rief ich meine Schwester an, die mir die Wettervorhersage für die nächsten Tage durchgab. Sehr abwechslungsreich: starker Regen, Nieselregen, schwacher Regen, Regen und Gewitter. Darauf hatten wir nun keine Lust, denn gerade im zelt ist Regen doch eher unangenehm, also rief ich bei Martin in Graz an und kündigte unseren Besuch an. Leider erreichte ich nur seinen Sekretär, der gab uns aber grünes Licht. Wieder auf dem Camping, bauten wir in einer regenschwachen Phase das Zelt ab. Dort erkannten wir auch den grund für den Regen: Sarah hatte ihr Handtuch in der Nacht draußen aufgehangen. Bisher hat es immer geregnet, wenn wir nachts was von Sarah aufgehängt haben. Im nächsten Urlaub werden wir versuchen, das zu verhindern. Als alles verstaut war, machten wir uns auf den Weg nach Graz. Vor der slowenischen Grenze vertankten wir nochmal unsere letzten Kuna. In Slowenien wurde erst ein Stück Landstraße gefahren, dann gings auf die mvignettenpflichtige Autobahn. Eine Frechheit, für die vielleicht 1000km Autobahn, die sicher von EU-Geldern gebaut wurde 15€ zu verlangen! Nunja, an dem Tag wurde gezahlt, denn wir wollten ja noch ankommen. Über unsere angekündigte Ankunftszeit von 8 Uhr wurde nur gelacht, aber ich wusste, dass ich immer länger brauchte. Als wir auf die Autobahn fuhren sahen wir den Nebel über die Berge kommen.

Ein schönes Bild! Wegen der Ankunftszeit sollte ich allerdings recht behalten. Als wir kurz von der AB runterfuhren, musste ich feststellen, dass es nach Diesel roch. Ich vermutete, die Leckleitungen haben nun endgültig ihren Diest quittiert. Als wir auf einem Feldweg anhielten stellte ich die Richtigkeit meiner Prognose fest. Hätte ich die leitungen mal gewechselt… Aber immerhin hatte ich ja welche gekauft, die ich einbauen konnte. Man müsste nur wissen wo! Da wir im strömenden Regen standen und nix fanden, beschlossen wir, die Suche unter dem Dach einer Tankstelle forzusetzen. Also wieder rauf auf die AB und ab zum nächsten Rasthof. Dort wurde der halbe Kofferraum, der schon so nicht sehr geordnet war noch einmal umgewühlt, bis Sarah die Leitung in unserer Besteckkiste fand. Warum auch immer sie dort lagen. Der Wechsel war schnell gemacht und wir konnten weiter. Nachdem wir uns in Graz nochmal gründlich verfahren hatten und schließlich per Handy ans Ziel gelotst wurden, kamen wir tatsächlich um 8 an.

Das Abendprogramm war klar – bier trinken, dummes Zeug labern und Essen. Sarah und ichfielen allerdings schon um 12 ins Bett.

26.9.2010

Am nächsten Morgen wurden wir recht zeitig wach, duschten und warteten, dann auf das wach werden der anderen. Dann holten wir Brötchen und aßen leckeren Leberkäs, der keiner war, bzw nicht so genannt werden durfte. Den „richtigen“ Namen dafür hab ich allerdings wieder vergessen. War jedenfalls lecker. Nach dem Frühstück gings los in Richtung Heimat. Zuerst wurde nochmal vollgetankt, da immerhin 915km anstanden. Die Fahrt verlief problemlos. Irgendwo im Ösiland wurde nochmal für 1,10€ getankt, sodass wir mit der restlichen Tankfüllung bis nach Hause kommen konnten. Gegen Abend packte uns der Hunger. Daher wollten wir beim Restaurant zum güldenen M einkehren und amerikanische Köstlichkeiten verzehren, aber so oft diese Restaurantkette auch in Autobahnnähe vertreten ist, wenn wir sowas suchen, ist natürlich so leicht nix aufzufinden. Nach ca. 200km fanden wir dann doch einen und genossen die liebevoll zusammengestellten Speisen. Gegen halb 10 erreichten wir unser Ziel. Insgesamt sind wir knapp 3000k mgefahren, was einen Schnitt von fast 600km am Tag ergibt.

Schöner Autofahrurlaub ohne großen Sinn halt – hat Spath gemacht!!!

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