Reisebericht Italien 2008

Die 2. Tour wurde im Gegensatz zur ersten lange vor Beginn geplant und zwar zu dem Zeitpunkt, als Sarah und ich feststellten, dass wir im Sommer keine Zeit zusammen frei hatten. Daher sollten die beiden Wochen um Ostern dran glauben. Da es um diese Jahreszeit noch recht kühl ist, sollte das Ziel diesmal Spanien heißen. Durch die etwas längere Planung im Vorfeld konnte jedoch festgestellt werden, dass in Spanien die Woche vor Ostern sehr teuer sein sollte, daher wurde der Plan verworfen und das Ziel sollte erneut Italien heißen. Immerhin waren wir ja nicht im ganzen Land, sondern nur im Norden. Bei dieser Tour sollten die Riviera und Toskana unter die Räder genommen werden, eventuell wollten wir auch auf Elba übersetzen.

Naja, soviel der Planung (und auch nicht viel mehr, denn wir wollten ja Spontan bleiben). Die Vorbereitung bestand eigentlich nur darin, dass Kartenmaterial besorgt wurde. Besatzung waren:

Sarah Dickopf

Jan Wilking

15.3. 2008

Der Benz war schon am Abend vorher bis zur Oberkante beladen worden und stand zur Abfahrt bereit. Nachdem wir um halb 4 aufgestanden sind, sollte es dann um 4 losgehen. Letztendlich war die Abfahrt dann um 4:17, also nicht viel zu spät beim Kilometerstand von 162876 km. Ziel sollte erstmal München sein, wo wir bei meiner Cousine unterkommen konnten. Plan war es möglich früh dem ganzen Verkehr vorweg zu fahren, denn es war der scheiß erste Feriensamstag, an dem auch der Rest von Deutschland nach Süden unterwegs war. Noch schnell bei der Orlen Luftdruck checken und den Reifen vorn links befüllen, der irgendwie ein wenig platt war. Naja, nach der Reise sollte der Reifensatz dann entgültig ausgedient haben. Mal schauen, wie die Realität aussieht (letztendlich wurden sie gefahren, bis die Hinterreifen fast nur noch Slicks waren)…

Dann gings auf die A1 in Richtung Süden. Tempo 140 wurde angepeilt, da erstmal Strecke gemacht werden sollte, bevor die ganzen Idioten auf der Straße sind. Ein paar waren schon da, aber die meisten waren ganz anständig. Nur ein Lieferwagen machte etwas Stress, aber irgendwann wurde ich auch den los. Ab kurz nach 8 hatte das schöne Fahren aber ein aprupptes Ende, worauf das verhasste Schild am Straßenrand mit den 3 stehendes Autos aufmerksam machte. Also erstmal über eine Stunde Stau. Um ca. halb 10 wurde die erste Pause gemacht – noch ca. 100km bis München und bisher noch kein Lebenszeichen von meiner Cousine. Irgendwann rief sie dann doch an, aber wir sollten sie wohl nicht mehr sehen, da sie ein Volleyballspiel hatte.

In München wurde sich erstmal wieder aufgrund einer beschissenen Wegbeschreibung vom ADAC verfahren. Gut dass sie uns nur am Anfang und nicht in der Stadt an sich im Stich ließ! Ansonsten war es in München gar nicht so schlecht – zum ersten Mal sah ich ein einer Großstadt Schilder mit denen man theoretisch was anfangen hätte können. Um 12:10 (163500 km!) waren wir dann auch endlich da. Es handelte sich um eine schöne Altbauwohnung die sehr gemütlich aussah. Der Frühstückstisch war gedeckt und wir konnten erstmal in Ruhe frühstücken. Das nächste Problem was der mehr als leere Akku von Sarahs Handy, der sich an keiner der Steckdosen aufladen ließ… Nachdem also alle 8 Steckdosen ausprobiert worden waren machten wir uns auf den Weg nach Richtung München….

Beim nächsten Aldi wurde dann getankt.

Danach gings erstmal auf Stadtbesichtigung: Da es uns zu stressig war, irgendwelche Ziele anzusteuern, gingen wir einfach drauf los. Dabei sahen wir den ersten Drogenshop. Aber der Polizist geht da schön dran vorbei, also ist es in Bayern wohl legal. Andere Länder andere Sitten.

Es gab 2 grundsätzliche Ziele: der englische Garten für Sarah…und das Hofbräuhaus für mich…

Gegenüber des Hofbräuhauses befand sich sogar ein Hard Rock Café in das Sarah unbedingt reinwollte!!!

Auf dem Weg durch die Stadt ärgerten wir uns dann doch ein wenig, dass wir meine Cousine nicht nach bestimmten wichtig aussehenden Gebäuden fragen konnten. Daher beschlossen wir sie einfach nur ehrfürchtig anzusehen und zu fotografieren ohne zu wissen was genau wir da bestaunten. Is ja eh nich so wichtig, da man zwar was sehen will, sich aber letztendlich eher auf Land und leute konzentriert, als auf Kultur. Der englische Garten war sehr schön. Ein riesiger Park in dem auch eine kleine Band spielte. Das teuerste Foto entstand, als Sarah sich an einem Teich etwas wünschte und dabei einen Glückscent über die linke Schulter in den Teich warf: Kosten 1 Cent.

Abends gingen wir in den Trachtenvogel, eine kleine gemütliche Kneipe in der wir ein Helles  tranken. Letzten Endes ist mir aber doch ein schönes Pils lieber. Wir waren dann aber schon um 10 Uhr auf dem Rückweg der U-Bahn ins Bett, da der Tag schon ein wenig anstrengend und lang war.

16.3.2008

Eigentlich wollten wir ja früh aufstehen und losfahren, aber wir kamen dann doch nicht sooo früh aus dem Bett und frühstückten erstmal ausgiebig mit Rike (meiner Cousine).

Dann gings noch kurz ins Internet bei Rikes Freund Nepu Wetterbericht gucken. In der Wohnung entdeckte Sarah etwas ganz tolles: einen echten Mondrianstuhl, über den sie schon ein Referat gehalten hatte. Keine Ahnung, was daran so toll ist, aber das weiß man ja nie so genau in der Kunst. Ich versprach ihr, auch mal son Ding zu bauen, aber zeitlich legte ich mich nicht fest. Nach dem Abschiedsfoto wurde der Diesel angelassen und um 12:25 (163503 km)  gings los mit dem Ziel, möglichst viele Kilometer nach Süden zu schaffen.

Beim ersten Stau wurden die drei ??? angemacht und auf egal geschaltet. In Österreich wurde die Karre erstmal mit verhältnismäßig billigem Diesel und 15l noch aus Holland mitgebrachtem PÖL gefüllt. Dann wurde die Schweiz in Angriff genommen. Schöne Strecke. Gegen 17:20 fing es an zu schneien. Sarah fing an zu protokollieren, was sie auch so gut machte, dass ich nur noch selten den Stift in die Hand genommen habe. Gegen 18:00 war eine kleine Pinkelpause angesagt, dann gings weiter in Richtung Italia.

Kurz vor der Grenze wurde nochmal für 10€ Super getankt, weils billiger war (fällt ja bei dem ganzen PÖL eh nicht auf – macht höchstens nen besseren Kaltstart).

Kurz vor Como fuhren wir von der Autobahn runter, weil wir nicht mehr weiter fahren wollten. Die Grenze wurde auch problemlos passiert (letztes Mal wurden wir ja böse kontrolliert) und ein Hotel war auch relativ schnell gefunden (nach einer Beschreibung eines netten älteren Italieners mit dem Sarah versuchte einfach mal locker auf Italienisch zu quatschen). Es lag am Comersee Nur der Parkplatz machte uns Probleme, aber letztendlich erklärte sich der Hotelbesitzer bereit, uns umsonst in der Tiefgarage parken zu lassen, da wir wohl so aussahen als hätten wir nicht sooo viel Geld. Das hatte allerdings zu Folge, dass wir alle möglichen Sachen da unten vergessen hatten und nicht rankamen, unter anderem auch jegliche Grundnahrungsmittel und meinen Waschkram.

Also erstmal die nächstbeste Pizzeria aufgesucht und ne Tonno  bestellt. Wollten uns noch übers Ohr hauen, aber diesmal haben wirs gemerkt. Mit der Pizza setzten wir uns an den See und ließen den Abend noch schön ausklingen. War übrigens die beste Pizza die wir in dem Urlaub gegessen haben.

Blick auf den Comer See

Sarah nach dem Pizza essen

Danach gings in die Kiste.

17.3.2008

Da wir um 10 auschecken mussten, sind wir notgedrungen schon um 9 aufgestanden. Nach dem Duschen mit Sarahs Waschzeug wurde ohne Frühstück (wir hatten schließlich immer noch nichts zu essen da) ausgecheckt und das Auto aus der Tiefgarage geholt. 10 nach 10 (163974 km) war Abfahrt und wir hatten bei der Ausfahrt einen schönen Blick auf den Comer See.

Im Auto wurde dann erstmal das Frühstück mit Schokocroissants aus dem Aldi (sehr empfehlenswert, weil man sie gut unterwegs essen kann) zelebriert. Auf der Autobahn wurde dann erstmal die vernachlässigte Körperpflege nachgeholt und das erste Mal benutzte ich den Schminkspiegel um mich selber drin zu sehen.

Ab Tortona wurde es ein wenig kurvig auf der Autobahn und es ging nicht mehr ganz so zügig voran, aber letzten Endes kann man sich nicht beschweren. In Genua fuhren wir dann von der Autobahn und irrten erstmal ein wenig durch die Stadt. Irgendwann fanden wir dann doch die richtige Straße und waren auf einer schönen Küstenstraße unterwegs in Richtung La Spezia. In einem etwas größeren Dorf fragten wir nach einem Camping und bekamen auch eine gute Wegbeschreibung, aber als wir ihn endlich gefunden hatten befanden wir uns irgendwie auf der Autobahnauffahrt. Wenden war nicht drin, weil hinter uns einer war, also blieb uns keine Wahl als fluchend auf die AB rauf- und die nächste Abfahrt wieder runter zu fahren. Wenigstens haben wir dann einigermaßen schnell (kurz nach 2 / 164225 km) einen Camping gefunden und der Preis (20€) stimmte auch. Als erstes wurde der Gaskocher angeschmissen und Sarah kochte eine Tütensuppe während ich das Zelt aufbaute.

Danach wurde erstmal der Strand begutachtet und der Ort  inspiziert (Stadt wäre übertrieben).

Dabei wurde dann auch gleich Brot gekauft. Das Bier haben wir natürlich vergessen, also nochmal schnell mit dem Auto los. Abends wurde dann gekocht, Bier getrunken und am Wasser Shisha geraucht. Nachts wurden wir leider zu oft von irgendwelchen Glocken und vorbeirauschenden Zügen genervt.

18.3.2008

Nach einer nicht so schlafintensiven und kalten Nacht wurde nach dem Frühstück das Zelt abgebaut und der Wagen gepackt. Um 12:20 (164228 km) brachen wir mit unbekanntem Ziel in Richtung Osten auf. Der erste Teil der Strecke war schön zu fahren, weil wir die einzigen auf einer kleinen Serpentinenstrecke waren.

Zwischendurch wurden einige kleine Stops eingelegt, bis es irgendwann zu regnen anfing.

In La Spezia wollten wir uns dann eine Unterkunft suchen, aber die Stadt gefiel und trotz des schönen Namens überhaupt nicht. Also erstmal die drei??? Rein und weiter gen Osten nach Lerici. Nur gab es irgendwie nichts und überhaupt schienen viele Sachen zu zu haben. Nach mindestens 2 Stunden vergeblicher Suche fuhren wir entnervt auf die AB und bei unserem Glück landeten wir direkt in einem Stau. Das trug nicht unbedingt zur Verbesserung unserer ohnehin schon nicht so guten Laune bei.

In Pisa starteten wir einen erneuten Versuch. Wir fuhren also von der Autobahn ab und folgten dem nächstbesten Hotelschild um in einer scheinbar ganz normalen Wohngegend eine kleine Pension mit Apartments zum annehmbaren Preis zu finden. Ankunft war um ca. 7 Uhr bei 164448 km.

Während Sarah auf italienisch mit den sehr netten Leuten die Formalitäten regelte, konnte ich in aller Ruhe die benötigten Sachen aus dem Auto holen. Wir bekamen sogar gratis Kartenmaterial von Pisa, allerdings keine gratis Touristenbroschüren, sondern richtige Pläne, die zwar schon gebraucht, aber sicher nicht unbrauchbar sein sollten. Zu allererst mussten wir etwas gegen den immer leerer werdenden Magen unternehmen. Es gab Tortelini mit einem Goulaschtopf als Sauce.

An diesem Abend haben wir einfach nur noch unsere feste Bleibe genossen und sind irgendwann eingepennt.

19.3.2008

Der Morgen fing mit dem Problem an, dass wir kein Brot mehr hatten – also bin ich erstmal losgegangen, um einzukaufen. Da in der Nähe nichts zu finden war, nahm ich doch das Auto, wurde dann aber auch recht schnell fündig. Währenddessen machte Sarah im Hotelzimmer Frühstück und sah sich die Comedieserie Darma & Greag auf Italienisch an. Sie war total begeistert da sie so viel verstehen konnte. Nach dem Frühstück packten wir schnell unseren Kram zusammen und fuhren in die Stadt, um uns mal den schiefen Turm zu begucken (Abfahrt kurz nach 11 bei 164450 km). Den fanden wir auch relativ schnell und stellten fest, dass er wirklich schief war.

Aber er war doch kleiner als wir erwartet hatten. Wäre er wie geplant gerade stehen geblieben, würde Pisa wahrscheinlich keine Sau kennen, denn sonst haben wir nichts interessantes gesehen, was nicht heißen soll, dass die Stadt nicht hübsch war…

Auf dem Rückweg zum Auto fanden wir ein Geschäft, wo es Shishatabak gibt und deckten uns mit einem Päckchen italienschem Tabak zum Probieren ein. Auf dem Weg aus der Stadt raus vollbrachte ich noch das Kunststück, mich beim Öffnen einer Wasserflasche zu bekleckern – aber sicher nicht mit Ruhm! Ansonsten verlief die Fahrt nach Florenz recht ereignislos. Dafür wurde es in Florenz ein wenig zu ereignisreich: Eigentlich wollten wir ja nur was essen, aber das ist in Italien gar nicht so einfach. Also fuhren wir erst durch die Stadt, um eine Art Imbissbude zu suchen, als das nichts half, wollten wir erstmal einen Parkplatz suchen. Das dauert aber in Florenz so seine Zeit.

Als wir dann endlich einen hatten, wussten wir natürlich überhaupt nicht mehr wo wir waren bzw. wie wir ins Zentrum kommen konnten. Da es uns beiden bis zum Hals stand, luden wir unsere angestaute Wut jeweils auf den anderen ab, was uns einerseits überhaupt nicht dabei half, etwas essbares aufzutreiben und andererseits nicht wirklich zur Besserung der Stimmung beitrug. In einer Bäckerei kauften wir schließlich zu einem total überteuerten Preis eine halbe lauwarme Pizza, da wir keine Lust hatten, noch länger zu suchen. Dafür fanden wir das Auto einigermaßen schnell und bemühten uns einigermaßen aus der Stadt rauszukommen.

Auf dem Weg sahen wir zufällig einen Campingplatz, auf dem wir uns gegen kurz nach 4 (164560 km) niederließen und das Zelt aufbauten. Damit wurde die Stimmung erheblich verbessert und wir nahmen auf den Olivenbäumen Platz, um Amicelli mit Eistee zur Kaffeezeit zu verspeisen.

Dann gingen wir nochmal in die Stadt. Aus den angeblichen 5 min. vom Camping aus wurden gute 25, aber wir fanden einen Gemüseladen, wo wir Salat kauften, den wir später mit Spagetti zum Abendessen machten. Nach dem Essen gab es dann eine Shisha und eine verdammt niedrige Temperatur. War aber trotzdem ein schöner Abend.

20.3.2008

Nachts hatte es geregnet und es war auch nicht gerade warm. Trotzdem hab ich gut geschlafen. Um 9:30 war aufstehen angesagt. Gefrühstückt wurde irgendwie zwischen Zelt und Auto, da der Boden total aufgeweicht war. Danach packten wir das Auto und erst zum Schluss bauten wir das Zelt ab, damit wenigstens nur das nass und dreckig war. Um 12:10 gings los. Erst in Richtung Siena, dann fiel uns aber ein, dass Sarah noch den David sehen wollte – also wendete ich auf einem Parkplatz, von dem man einen guten Ausblick auf Florenz hatte.

Durch die Stadt gings auf Umwegen zur Galeria d’ell Accademia, wo es natürlich keine Parkplätze gab. Also durch kleine Sträßchen, bis wir den Piazza Santa Maria Novella fanden und ich mich einfach vor die Basilica stellte. Sarah ging dann zu Fuß zur Galeria, während ich im Auto blieb und ein paar Aufzeichnungen machte. Das Auto hatte den besten Platz, um die Galeria zu fotografieren und es war sehr unterhaltsam, die Passanten zu beobachten, die sich immer genau vor die Haube stellten, um das Foto zu machen. Hab dann irgendwann auch eins gemacht – ist aber nicht sooo gut geworden.

Sarah kam nach ca. 1,5 Stunden rumirren und suchen zurück, hatte aber keine Lust gehabt, sich 2-3 Stunden anzustellen. Irgendwann will sie aber trotzdem nochmal da hin und sich das antun. Also der erneute Aufbruch in Richtung Siena. Dort angekommen, wurde erstmal unser Vorrat an Lebensmitteln und PÖL aufgestockt, bevor wir wieder eine Hotelsuche antraten, die nicht so lange war wie vor Pisa, aber Sarah schon irgendwie die Stimmung vermieste. Um kurz vor 6 (164671 km) fanden wir ein bezahlbares Hotel, wo wir erstmal Essen gekocht und geduscht haben. Die feuchte Zeltplane wurde auf dem Daimler getrocknet.

Danach wusch Sarah noch Wäsche in der Dusche, während ich spülte. Dann wurden die Infomaterialien genutzt, die uns von der Hoteldame gegeben wurden und wir besichtigten die Stadt, in der Abends aber leider nicht viel los zu sein scheint. Als wir uns dazu entschlossen, zurück zum Hotel zu gehen, mussten wir leider feststellen, dass wir uns hoffnungslos verirrt hatten. Irgendwie fanden wir uns dann auf dem Stadtplan wieder und gingen die kürzeste Strecke zurück. Leider war sie nur auf der Karte so kurz, da kein Höhenprofil drauf war. Also fuhren wir mit elend langen Rolltreppen bis ganz unten und durften wieder endlos viele Treppen hinauf – diesmal natürlich selber steigen. Ein guter Abschluss des Abends war das eigentlich nicht wirklich, aber mit einigem Humor doch noch zu verkraften. Letztendlich war der Spaziergang durch Siena abgesehen vom Rückweg sehr schön. Trotzdem waren wir froh, als wir wieder beim Auto waren und gefahren wurden.

21.3.2008

Nach einem Frühstück im Hotelzimmer mit komisch schmeckendem Weißbrot, haben wir die noch teilweise nassen Sachen und den ganzen anderen Kram ins Auto gebracht und brachen um 10:20 (164679 km) auf in Richtung Grossetto. Da waren es uns aber noch nicht genug Kilometer, also fuhren wir weiter nach Orbetello, wo wir uns nach einem Hotel oder einer anderen Unterkunft umsahen, aber natürlich nichts fanden. Also weiter – war ja schließlich noch früh am Tag. In San Stefano fanden wir einen schönen kleinen Hafen bei gutem Wetter vor und beschlossen anzuhalten. Da wir schon seit Pisa Fritten essen wollten, schauten wir uns nach einer Imbissbude um. Man hat allerdings in Italien scheinbar schlechte Chancen, so etwas zu finden. Aber es war Mittag und da sollte es eigentlich nicht so schwer sein, etwas warmes essbares zu finden. Als wir einsahen, dass es mit Fritten nichts wird, wollten wir auf Pizza umdisponieren, was in Italien ja eigentlich nicht zu viel verlangt sein sollte. Wir fanden eine hübsche Pizzaria am Wasser und setzten uns.

Die Bedienung erklärte uns aber, dass es hier heute keine Pizza gäbe und die anderen Gerichte überstiegen unser Budget. So ähnlich ging es die ganze Promenade weiter, bis wir wieder am Auto waren. Durch Zufall fiel mir beim Wegfahren eine kleine Pizzaria auf, die nicht geschlossen schien. Motor wieder aus und rein. Wenigstens haben wir da noch ein wenig zu essen bekommen, auch überteuert, aber nicht ganz so teuer wie in Florenz – und warm (wenn auch nur aufgewärmt). Danach gings an der Küste lang wieder ein Stück gen Norden, da wir das südliche Ende der Halbinsel erreicht hatten. An der Straße war ein Camping, bei dem wir um ca. halb 3 (164824 km) ankamen und unser Zelt aufschlugen. Dabei zog sich der Himmel schon wieder zu und wir erwarteten Regen. Daher zogen wir uns ins Zelt zurück, wo wir einmal die Finanzen durchgingen. Da wir beide nicht so wirklich von unserem Glück überzeugt waren und uns die ewige Sucherei den Urlaub bisher ganz schön versaut hat, beschlossen wir den Rückzug für den nächsten Tag.

Abends machten wir noch eine kleine Ausfahrt um noch PÖL zu besorgen, was wir aber leider nicht zu den Preisen vom vorherigen Tag fanden, sondern für 1,25/l (war über Nacht wohl um über 33ct/l teurer geworden-> beim gleichen Discounter!). Wieder auf dem Camping wollten wir zu Abend essen und machten Salat mit Nudeln und Sahnesauce, die ich leider völlig versalzte. Die Katzen, die plötzlich in einer für uns erstaunlich großen Anzahl anrückte machten uns das Essen nicht uninteressant. Das erstaunliche war, dass man die Viecher nicht wieder loswurde, egal was man mit ihnen anstellte. Das dreisteste war ein Vieh, was sich zwischen Außen- und Innenzelt festkrallte und uns wirklich in den Wahnsinn treibt, vor allem wenn man bedenkt, dass das Zelt nicht wirklich stabil ist. Irgendwann wurden wir aber auch die los und konnten die Nachtruhe antreten.

22.3.2008

Geschlafen hatten wir beide natürlich nicht besonders gut, unter anderem auch weil es ziemlich windig war. Immerhin ist mir nicht kalt geworden! Am nächsten Morgen kamen wir natürlich nicht so früh wie geplant los, sondern erst um 11 (164854 km).

Sarah beim Frühstück

Plan war, ohne große Zwischenstopps nach Hause zu fahren. Das musste natürlich in die Hose gehen. 10km nach der Abfahrt fing der Wagen an zu ruckeln, als wenn er keinen Spritt bekommt. Zu der Zeit befanden wir uns auf einer der gebührenfreien Autobahnen, aber glücklicherweise an einer Ausfahrt. Auf dem Beschleunigungsstreifen rollten wir aus und ich wechselte den PÖLfilter. Danach sprang der Wagen zwar an, konnte aber bei Vollgas gerade so am laufen gehalten werden. Also auch den Vorfilter getauscht. Jetzt gings wieder.

Kofferraum wieder eingepackt und weiter. Genau 20km später dasselbe. Nur war diesmal die Ausfahrt 400m weiter und 2 Autos hinter uns waren die Carabinieri, die die Unglücksstelle absicherten und uns einen Abschleppwagen rufen wollten. Auf die Frage hin, ob sie uns nicht bis zur Ausfahrt schleppen können, verneinten sie natürlich. Damit uns nicht eine teure Rechnung bevorsteht, rief ich den Abschleppwagen selber über ADAC Plus. Klappte auch ganz gut, nur dass der Abschleppwagen erst um 12:55 da war, also wir über eine Stunde gewartet haben, was zwar nicht ungewöhnlich ist, aber unseren Zeitplan ziemlich durcheinander brachte für eine Reparatur, die ich im 10 min hätte selber machen können. Aber man will ja nicht die Carabinieri verärgern, daher verkniff ich mir die Aktion und wartete wie ein braver hilfloser Bürger.

Mein armer Kleiner wird Huckepack genommen... Naja, eigentlich ja zu unrecht 😀

Bis Grossetto wurden wir Huckepack genommen, dann abgeladen, der Filter durchgeblasen und wieder eingesetzt. Immerhin bekam ich 4 neue Schlauchschellen umsonst. Dann Papierkram und Starthilfe, weil die Batterie leergeorgelt war. 13:40 waren wir wieder auf der Straße, also fast 2 Stunden unnötiger Aufenthalt, der vielleicht auf meine eigene Blödheit zurückzuführen war. Naja, zu dieser Situation schien es mir trotzdem am klügsten, den Vorschlag der Polizisten zu akzeptieren. Bei der nächsten Tankstelle tankten wir erstmal frischen Diesel und fuhren in Richtung Norden. Der Filter schien diesmal zu halten.

In Milano verfuhren wir uns natürlich erstmal, sodass wir den Rest auf der Landstraße fuhren. Bei einem großen Supermarkt hielten wir an um nochmal nach PÖL zu gucken, was hier aber genauso teuer war. Dafür fanden wir eine Pizza, die wir dann auf der Weiterfahrt verspeisten.

In Como fuhren wir wieder über die Grenze. Langsam beginne ich mich in der kleinen Grenzstadt richtig wohl zu fühlen. Kurz hinter der Grenze wurde die Karre mit Diesel (1,27€/l)vollgehauen, wobei der Preis wohl auch gestiegen ist gegenüber letzter Woche. In der Schweiz kann man eigentlich überall mit Euro bezahlen, aber in Grenznähe stehen auch die Europreise an den Tankstellen und es ist etwas unkomplizierter. Dann wurde durch die Schweiz geballert, ohne einen weiteren Stopp einzulegen. Wir hörten die drei ??? und es war sehr gemütlich. Zwischendurch fing es an zu schneien. Mein Foto ist aber leider nicht so gelungen.

Ungefährsoviel hat man auch gesehen - gechilltes Fahren!!!

Um 22:30 passierten wir die deutsche Grenze und ca. eine halbe Stunde später fuhren wir wieder auf einen Autohof und ich aß noch die lang erwartete Portion Fritten. Sarah wollte nichts. Kurz vor Karlsruhe fing es wieder an zu schneien. Es fing langsam an, etwas zu nerven, da es die Sicht schon ziemlich behindert.

23.3.2008

In Hockenheim wurde nochmal für die letzten Kilometer Pflanzenöl für 1,18€/l getankt. Soviel hatte ich noch nie bezahlt, aber ich hatte ja keine Alternative (außer Diesel und das waren nochmal 10ct mehr). Zwischendurch gab es immer wieder Schneeschauer. Hinter Koblenz, wo ich eigentlich nicht mehr damit gerechnet hatte, gab es nochmal geschlossene Schneedecke, erst auf dem Standstreifen und der linken Spur, letzten Endes auch auf der rechten Spur. Hat zwar das Fahren nicht behindert, aber ein bisschen komisch war es schon, weil man jahrelang immer auf Schnee gewartet hat und dann auf einmal zu den Ostertagen, wenn man aus dem Urlaub zurückkommt, Schnee fällt. Um 3:51 kamen wir endlich bei einem Kilometerstand von 166176 km in Glessen an. Die letzten 300 km und vor allem die letzten 100 km haben sich schon ziemlich gezogen. Insgesamt legten wir genau 3300 km zurück.

Davon waren 1322 km Rückweg.

Jan Wilking

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